Die Hessenbrückenmühle
Blick auf die Mühle Mit Vertrag vom 18. Mai 1548 wird die Mühle aktenkundig, indem die Smitte (Waldschmiede) an der Hessenbrücke von Ritter Jost von Habel mitsamt Wasserrecht und Mühlenwiesen an den Grafen Solms verkauft wird.

1698 wird an die Stelle der Smitte die Hessenbrückenmühle als Getreide- und Ölmühle mit zwei Wasserrädern sowie eine Steinscheune erbaut. Sie wurde gräfliche Erbleihmühle, die jeweils über viele Generationen von einer Familie betrieben wurde.

1850 kommt es zur Allodifikation, d.h. zur Beendigung des Lehnsverhältnisses durch Aufhebung der Rechte des Lehnsherren. Eigentümer wurde Herr Buderus, dem schon der Hessenbrückenhammer (gegenüber der Mühle) und das Braunkohlenbergwerk auf dem Brückenberg (nördlich an die Mühle angrenzend) gehörte.

Die Hofmitte mit dem Nussbaum Buderus erbaute das heutige Mühlhaus mit Turbinenantrieb sowie neuester Mahltechnik für die gewachsenen Qualitätsansprüche. Die Scheune wurde umgebaut und mit neuen Stallungen versehen. Wie bei den fürstlichen Stallungen in Lich, wird die Decke durch ein Kreuzgewölbe, ruhend auf Basaltsäulen getragen.

Das große Herrenhaus als Wohnhaus wurde 1869 am Georgenhammer in Lauter abgebrochen und hier wieder aufgebaut. 1872 wurden Remise und Waschhaus neu erbaut. Seitdem besteht das Hofgeviert als Einheit mit dem beherrschenden Nussbaum in der Mitte des Hofs.

1997 kaufte Dr. Holger von Paucker als erster Nichtmüller die Hessenbrückenmühle. Die Gebäude wurden von Grund auf saniert. Verschiedene private Feste und Konzerte ließen die Idee reifen, die Hessenbrückenmühle der Kultur zu öffnen und „Musik und Sprache“ im „Alten Pferdestall“ erklingen zu lassen in Anlehnung an die Tradition der Subscriptionskonzerte aus dem 18. Jahrhundert.
2014 zogen Holger und Ute von Paucker nach Frankfurt und Dres. Nicolas und Evelyn Sachsenberg übernahmen das Anwesen.